
Dolomiten Höhenwanderweg 1
vom 26.08. – 01.09.2001
Teilnehmer: Tine Horst Robert Moni
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Auszug aus dem Rother-Wanderuhrer, Dolomiten Höhenwege 1-3 von Franz Hauleitner (ISBN 3-7633-3103-4), den ich an dieser Stelle wärmstens empfehlen kann.
Dieser zuerst entstandene Dolomiten-Höhenweg verdankt seinen Ruf der idealen Linienführung und vor allem den außergewöhnlichen landschaftlichen Schönheiten, werden doch im Lauf der Wanderung gerade die interessantesten Gebiete der östlichen Dolomiten durchstreift.
Der Weg beginnt im Pustertal, genauer am Pragser Wildsee, und führt an den Hauptkämmen der wichtigsten Dolomitengruppen entlang bis zur der am Alpensüdrand gelegenen Stadt Belluno. Somit stellt dieser Weg die von der Natur vorgezeichnete Nord-Süd-Route durch die östlichen Dolomiten dar. Die Länge des Weges beträgt rund 150 km; für die Begehung rechnet man mit mindestens 10, meist jedoch 13 Tage. Die Hauptroute bewegt sich in einer durchschnittlichen Höhe von 2000 m – es ist also mit hochalpinen Verhältnissen zu rechnen.
Mit Ausnahme der letzten Teilstrecke gibt es für einigermaßen ausdauernde und geübte Wanderer kaum Schwierigkeiten. Bis zum Rif. Pian de Fontana darf die Route 1 als leichtester aller Dolomiten-Höhenwege gelten.
Die Übersichtskarten im Rother-Wanderführer reichen im Allgemeinen aus. Wir haben zur Sicherheit noch Topographische Wanderkarten von TABACCO im Maßstab1:25.000 mit genommen (Blätter 03, 024 und 025), welche eine bessere Gesamtübersicht liefern.
TIPP: Während der Hauptreisezeit mindestens 2 Tage vorher die Unterkunft reservieren.
Sonntag, 26.08.2001: 3,5 h Wegzeit, ↑900 Hm, ↓90 Hm
Pragser Wildsee -> Nabiges Loch -> Porta Sora al Forn -> Seekofelhütte
Um 10:00 Uhr geht’s bei herrlichem Wetter vom Pragser Wildsee (1495) m los.
1. Rast am ‘Nabigen Loch’. Schöner Blick hinunter zum Pragser Wildsee. Teilweise seilgesichert über Schutt-Pisten zur Seekofelhütte (2335). Zur Belohnung gibt es Cappucino + Apfelstrudel.
Wir haben ein ‘lauschiges’ Vierbett-Zimmer; 15.000 Lire pro Person und Übernachtung. Preis ist in Ordnung; leider nur 2 Stehklo’s. Für Leute ab 185 cm Körpergröße sind die Betten zu kurz und auch ziemlich hart.



Montag, 27.08.2001: 4 h Wegzeit, ↑550 Hm, ↓820 Hm
Seekofelhütte -> Sennes-Hochfläche -> Senneshütte -> Schutzhaus Fodara Vedla -> Sent. Bancdalse -> Vallone di Rudo -> Pischodelsee -> Faneshütte
Um 6:15 Uhr klingelt der Wecker und alles strömt zu den Mini-Waschbecken und den zwei Stehklos (Oberschenkelkrampf lässt grüssen). 8:00 Uhr Frühstück und 8:50 Uhr Aufbruch. In der Früh nieselt es ein bischen, aber das Wetter wird immer freundlicher (wir auch).
Nach ca. 1 h kommen wir an der Sennes Hütte vorbei. Sehr gepflegt, eher ein Hotel. Über die Sennes-Hochfläche weiter zum Schutzhaus Fodara Vedla. Liegt wunderschön und lädt zu einem Wochenaufenthalt ein.
Wir beschließen, die Variante 1 in Richtung Faneshütte zu gehen und sind begeistert. Über ein Bachbett am Nordhang des Croda Camin zum Colle di Ru über sehr steile Geröllhänge an einem Wasserfall vorbei – im Wanderführer steht “nur für absolut trittsichere Wanderer – Steinschlag” – ist sicher nicht übertrieben.
An der Westseite des Castello Bancdalse unter senkrechten Wänden über Schutt wieder nach Süden steil runter zur Strasse. Am Pischodelsee (mehr ein Tümpel) an der Strasse entlang Richtung Faneshütte.
15:00 Uhr: Ankunft an der Faneshütte. Privates Haus – mehr ein Hotel – heiße Duschen – Doppelzimmer – sehr sauber – neu renoviert
Dienstag, 28.08.2001: 5,5 h Wegzeit, ↑1100 Hm, ↓400 Hm
Faneshütte -> Große Fanesalpe -> Tadegajoch -> Forc del Lago -> Rifugio Lagazuoi
8:20 Aufbruch Wetterbericht: 8 Grad Lufttemp., vormittags Sonne, Nachmittags ist mit Gewittern zu rechnen.
Der erste Teil des Weges ist sehr einfach zu gehen. Leichtes Gelände an Kühen, Pferden vorbei zur Gr. Fanesalpe (würden wir alle sofort beziehen). Weiterhin ein einfacher Weg zum Tadegajoch zwischen herrlichen Bergen vorbei (viele Schichten und Falten zu sehen – Tine ist begeistert). Dann rauf zum Forc del Lago (2480m).
Oben am Forc Sicht auf die Marmolada und ‘oh Schreck’ auf unser Ziel – das Rifugio Lagazuoi (2752m). Erst einen steilen Schutthang vom Forc del Lago runter (300 Hm) und dann einen steilen Schutthang wieder rauf zum Rif. Lagazuoi (600 Hm) – und das nach 3h Wanderung. Oben angekommen waren wir zum 1. Mal so richtig ‘fertig’. Dann auch noch viele Ausflügler mit Turnschuhen und Sandalen, die mit der Seilbahn rauf sind und uns mitleidig belächelten.
Bertel hat heute zähneknirschend zugegeben, daß er froh ist, nicht seine Tourenplanung zu gehen, sondern daß wir kürzere Etappen einplanten.



Mittwoch, 29.08.2001: 6 h Wegzeit, ↑870 Hm, ↓1580 Hm
Rifugio Lagazuoi -> Passo Falzarego -> Forc. Gallina -> Forc. Nuvolau -> Rifugio Nuvolau -> Rifugio Scoiattoli alle Cinque Torri -> Rifugio Cinque Torri -> Ponte di Rocurto -> Cason di Formin -> Rifugio Croda da Lago
9:00 Abfahrt mit der 1. Seilbahn. Paßstraße entlang und dann rechts durch eine wunderschöne Landschaft. An einem der schönsten Kletterfelsen (Cinque Torri) vorbei durch grüne Wiesen und Wälder.
Am Schluß noch mal 400 Hm hoch zum Rif. Croda di Lago. Sehr saubere Hütte, schöne Aufenthaltsräume (Dusche 7.000 Lire), gutes Essen (Nachtisch Waldbeeren sehr zu empfehlen).
Donnerstag, 30.08.2001: 6 h Wegzeit, ↑850 Hm, ↓760 Hm
Rifugio Croda da Lago -> Forc. d’Ambrizzola -> Forc. Col Duro -> Forc. della Puina -> Rifugio Citta di Fiume -> Passo Staulanza -> Mga. Vescova -> Forc. d’Alleghe -> Rifugio Coldai
6:30 Uhr Wecken, 7:00 Uhr Frühstück. Leichter Anstieg zum Forc. d’Ambrizzula. Nebel wird stärker. Ab dem For Col Duro erstes Gewitterdonnern Mit Regenzeug durch Nebel, Gewitter und Regen nach ca. 2,5 h erreichen wir das Rif. Citta di Fiume.
Nach Minestrone und Kaffee – trotz Regen – weiter abwärts zum Passo Staulenza (1766m) über nassen Waldboden und glitschige Wurzeln.
Steiler Aufstieg (ca. 400 Hm) auf einem kleinen Schotterweg in Serpentinen zum Rif. Coldai. Liegt wie ein Adlerhorst in den Felsen. Auf einmal scheint wieder die Sonne und wir geniesen einen herrlichen Rundblick.
Freitag, 31.08.2001: 2 h Wegzeit, ↑340 Hm, ↓210 Hm
Rifugio Coldai -> Forc. Coldai -> Forc. di Col Negro -> Val Civetta -> Rifugio Tissi
Die ganze Nacht durchgeregnet. Dicker Hochnebel hängt in den Bergen – relativ kühl. 9:00 Aufruch bis 12:00 im Nebel zum Rif. Tissi.
Wegen des kalten Wetters und der Verletzung von Moni beschließen wir, die Tour hier zu beenden.
Samstag, 01.09.2001: 3 h Wegzeit, ↑0 Hm, ↓1000 Hm
Rifugio Tissi -> Alleghe -> Pragser Wildsee
Wir werden von einem blauen Himmel und herrlichem Ausblick zum Abschluss überrascht.
Ziemlich kalt – ab ca. 2500m hat es geschneit. Sehr steiler und durch den Regen nicht ganz einfacher Abstieg durch Wald und über Wurzeln nach Alleghe (1300 Hm).
Von dort mit dem Bus nach Bozen, dem Zug nach Brixen und am Schluß ein Taxi zurück zum Pragser Wildsee.
Eine wunderschöne Woche ist leider wieder zu Ende